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Die Dimension des geburtshilflichen Ultraschalls hat sich durch neue leistungsfähigere Geräte und neue Erkenntnisse enorm vergrössert. Die Ultraschalluntersuchung gestattet der schwangeren Frau, das eigene Kind im Bauch auf einem Bild kennen zu lernen. Die medizinische Ultraschalldiagnostik ermöglicht vorgeburtlich, auf besondere Veränderungen in der Schwangerschaft aufmerksam zu werden. Jede Untersuchung kann Freude über den guten Verlauf der Schwangerschaft vermitteln, sie kann aber bei Veränderungen auch Sorge über den Zustand bereiten. Das Wissen über eine Krankheit kann helfen, die Geburt des Kindes sorgfältig vorzubereiten. Die schwangere Frau entscheidet für sich und ihr Kind, diese Untersuchungen durchführen zu lassen. Die Krankenkasse muss aus der Grundversicherung heraus die Kosten für zwei Screening-Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft übernehmen. Weitere Untersuchungen werden auf Indikation hin abgegolten. Hier finden Sie unser Merkblatt "Ultraschall in der Schwangerschaft - was Sie wissen sollten".
Pränataldiagnostik
Unter Pränataldiagnostik verstehen wir die vorgeburtliche Untersuchung des Kindes mit Ultraschall (Screeninguntersuchung oder Ultraschall auf Indikation) zum Teil mit der Ergänzung einer Blutentnahme bei der Mutter (z.B. Ersttrimestertest) oder einer invasiven Untersuchung in der Schwangerschaft (z.B. Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasserpunktion).
Screeninguntersuchung 10.-12. SSW und Ersttrimestertest
Dies ist die erste detaillierte Ultraschalldiagnostik in der Schwangerschaft mittels Vaginal- oder Bauchsonde. Durch die Grösse des Embryos werden das Schwangerschaftsalter und so der errechnete Geburtszeitpunkt festgelegt. Eine Mehrlingsschwangerschaft kann erfasst werden. In der Feindiagnostik wird der Körper des Embryos mit Kopfform, Armen, Beinen, Gesichtsprofil, Bauchorganen und Nackenfalte beurteilt. Durch eine kombinierte Beurteilung mit mütterlichen Schwangerschaftshormonen (Ersttrimestertest) kann eine Wahrscheinlichkeit für Veränderungen am Erbgut (Chromosomen) berechnet werden. Die Untersuchung kann auch Hinweise für Veränderungen an einzelnen Organen (z.B. Herz) liefern. Es ist wichtig, dass Sie sich vor jeder Untersuchung Gedanken darüber machen, wie Sie mit dem Resultat umgehen werden.
Screeninguntersuchung 20.-22. SSW
In der zweiten detaillierten Ultraschalldiagnostik in der Schwangerschaft wird die Entwicklung des Kindes und der Sitz der Plazenta (Mutterkuchen) kontrolliert. In der Feindiagnostik werden das fetale Wachstum und die fetalen Organe auf ihr Vorhandensein und ihre Entwicklung hin betrachtet. Eine Geschlechtsbestimmung wird häufig möglich und wird auf Verlangen hin mitgeteilt. Freuen Sie sich auch, dass Sie einen phantastischen Moment erleben können, wenn Sie das Geschlecht Ihres Kindes erst bei der Geburt entdecken werden.
Invasive Pränataldiagnostik
Wenn in der Ultraschalldiagnostik anatomische Besonderheiten auffallen, der Ersttrimestertest verstärkte Hinweise auf genetische Veränderungen gibt oder das mütterliche Alter 35 Jahre übersteigt, kann es sinnvoll sein, den genauen Chromosomensatz des Kindes zu kennen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dieser Untersuchung bei entsprechender Indikationsstellung. Es gibt zwei Methoden zur Bestimmung des Chromosomensatzes.
Chorionzottenbiopsie
Die Untersuchung wird zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Unter Ultraschallkontrolle wird eine dünne Nadel durch die Bauchwand in die Plazenta gebracht. Die Fruchtblase und das Kind werden nicht berührt. Von der Plazenta können Zellen angesaugt werden. Diese werden in Kultur gebracht. Daraus liest der Genetiker den Chromosomensatz ab. Die Antwort aus der Kurzzeitkultur ist bereits nach wenigen Tagen verfügbar. Durch die Langzeitkultur erfolgt die Bestätigung.
Fruchtwasserpunktion
Die Untersuchung wird ab der 15. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Unter Ultraschallkontrolle wird eine dünne Nadel durch die Bauchwand am Kind vorbei in die Fruchthöhle gebracht. Etwa 10ml Fruchtwasser werden angesaugt. Die fetalen Zellen darin werden in Kultur gebracht. Der Genetiker liest daraus den Chromosomensatz ab. Die Langzeitkultur liefert nach 2-3 Wochen das definitive Resultat. Das Resultat des Schnelltests ist bereits nach wenigen Tagen verfügbar, kostet ca. CHF 300.- und ist keine Pflichtleistung der Krankenkasse.
Ultraschalltechnik
Die Technik der Ultraschalluntersuchung bedient sich der zweidimensionalen Abbildungsweise. In grau abgestuften Punkten lassen sich Körperformen und viele Organe abbilden.
Dopplerultraschall
Mit einer zusätzlichen Funktion können Flüssigkeitsströme wie Blut in ihrer Fliesrichtung farblich dargestellt werden. Dies wird häufig zur ergänzenden Beurteilung am Herzen und bei der Nabelschnur eingesetzt. Besteht bei einem Kind der Verdacht z.B. auf eine Wachstumsverzögerung kann mit der Dopplermessung eine bessere Zustandsbeurteilung des Kindes erreicht werden.
3D / 4D
Die Abtastung der Oberfläche eines Körpers mit Ultraschallwellen kann ein räumliches Bild als 3D hervorbringen. Wenn gleichzeitig Bewegungen abgebildet werden können, spricht man von 4D. Diese Technik kann für medizinische Bedürfnisse eingesetzt werden, häufig dient sie den Eltern für eine reale Darstellung des Kindes in der Schwangerschaft. Ein idealer Zeitpunkt für die Beobachtung des Kindes liegt zwischen der 25. und 28. Schwangerschaftswoche. Das 3D/4D-Bild erscheint zur besseren Betrachtung in einem gelblichen Farbton.
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