|
Die Delegierten des Spitalverbands Bülach haben an ihrer Versammlung vom 19. November 2009 den Voranschlag 2010 genehmigt. Die Aufstockung des Kredits für das Vorprojekt zur 3. Kreditetappe um Fr. 225'000 auf Fr. 725'000 wurde ebenfalls bewilligt. Die Delegierten haben der Revision des Reglements über die Entschädigung der nebenamtlichen Verbandsorgane zugestimmt.

Das Spital Bülach geht 2010 von 8'545 stationären Patienten mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 6,88 Tagen aus. Die Akut-Pflegetage sind auf 58'803 Tage veranschlagt. Die Frauenklinik rechnet im kommenden Jahr mit 1'100 Geburten. Der Anteil zusatzversicherter Patienten soll 2009 bei 22,9% liegen. Die Zahl ambulanter Patienten wird im kommenden Jahr auf 44'250 veranschlagt.
Der budgetierte Betriebsertrag 2010 beträgt Fr. 63,6 Mio. bei einem prognostizierten Betriebsaufwand von Fr. 91,8 Mio. Der Beitrag der öffentlichen Hand wird im nächsten Jahr bei Fr. 27,0 Mio. liegen (inkl. Nebenrechnungen und Sockelbeträge). Davon entfallen nach Abzug der kantonalen Subventionen Fr. 13,3 Mio. auf die Verbandsgemeinden.
Die Delegierten haben den Voranschlag 2010 genehmigt.
Einführung von Fallpauschalen DRG
Anfang 2012 wird in den Schweizer Spitälern die Abrechnung nach Fallpauschalen DRG (Diagnosis Related Groups) eingeführt. Die Verrechnung von Spitalleistungen erfolgt damit nach genormten Tarifen je Diagnosegruppe. Die DRG-Tarife beinhalten sowohl die laufenden Betriebskosten als auch die Investitionskosten. Die Investitionen müssen neu durch die Einnahmen finanziert werden und nicht mehr wie bisher durch Investitionsbeiträge der öffentlichen Hand. Die Kosten nach DRG-Tarifen werden übernommen von der öffentlichen Hand (Kanton/Gemeinden min. 55%) und den Krankenkassen (max. 45%).
Ausbau des Leistungsspektrums
Mit wachsender Bevölkerungsgrösse und steigender Lebenserwartung steigt die Anzahl ambulanter und stationärer Behandlungen. Bis 2020 ist im Zürcher Unterland mit einem Bevölkerungsanstieg um über 10% auf 171'000 Personen zu rechnen, für welchen ein entsprechender Leistungsausbau des Behandlungsspektrums erforderlich ist.
Mitte 2009 führte das Spital Bülach wieder eine Klinik für Urologie ein. Der Chefarzt und der zukünftige Leitende Arzt decken die urologische Versorgung in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Belegärzten ab. Im Februar 2010 wird am Spital eine Klinik für Orthopädie gegründet, deren Chefarzt und Leitender Arzt die Behandlungskapazität ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Belegarzt erbringen werden. Im Frühjahr 2010 wird die Klinik Medizin mit einer Leitenden Ärztin um das Teilgebiet Endokrinologie erweitert. Endokrinologie beinhaltet die Behandlung der Hormondrüsen und gewinnt mit der Verbreitung von Übergewicht an Bedeutung.
Information über die bauliche Entwicklung und die laufende Planung
Anfang 2009 hat die Gesamtprojektleitung Bau mit Vertretern aus Verbandsgemeinden, Verwaltungsrat und Spital ihre Funktion aufgenommen. In der Umsetzung der 3. Kreditetappe hat die Neuausschreibung der Planerleistungen (1. Stufe) stattgefunden. Nach einer Präqualifikation werden 7 Bewerber zur Ausarbeitung einer Offerte (2. Stufe) eingeladen. Die weitere bauliche Entwicklung des Spitals ist vor dem Hintergrund der wachsenden Bevölkerung äusserst wichtig. Bereits im Winter 2009/10 ist von einem Bettenengpass auszugehen.
Im Auftrag der Gesundheitsdirektion werden die Leistungszahlen und die entsprechende Raumplanung bis ins Jahr 2020 ausgearbeitet und als Masterkonzept im Dezember 2009 eingereicht. Die Gesundheitsdirektion spricht aufgrund dieses Masterkonzepts den Projektierungskredit.
Das Gesamt-Kostendach von Fr. 150 Mio. (Index 01.04.2006) gilt weiterhin (inkl. der bisher getätigten Investitionen von rund 85 Mio.).
Vorprojekt 3. Kreditetappe
Für die Vorprojektierungsarbeiten der 3. Kreditetappe hat der Verwaltungsrat Anfang 2007 einen Separatkredit über Fr. 380'000 gesprochen und diesen vor einem Jahr auf Fr. 500'000 erhöht.
Für die Weiterführung der Projektierungsarbeiten ist eine weitere Aufstockung des Vorprojektierungskredits um Fr. 225'000.- unumgänglich. Die Zusatzaufwendungen setzen sich einerseits zusammen aus bisherigen Verpflichtungen gegenüber Architekt, Fachingenieuren und Bauherrenbegleitung. Andererseits sind neue Verpflichtungen entstanden aufgrund der von der Gesundheitsdirektion beantragten Zweitmeinung zur Bau-Fachexpertise sowie aufgrund von externen Beratungen bei der Neuausschreibung der Planerleistungen. Die Zusicherung des kantonalen Staatsbeitrags ist ab Ende Februar 2010 zu erwarten.
Die Delegierten haben der Kreditaufstockung um Fr. 225'000 auf Fr. 725'000 zu Lasten der Investitionsrechnung zugestimmt.
Revision des Reglements über die Entschädigung der nebenamtlichen Verbandsorgane
Die Behörden- und Kommissions-Mitglieder des Spitalverbands Bülach wurden bis heute gemäss dem Reglement vom Juni 2002 entschädigt. Die Entschädigungen sollen jetzt an den gestiegenen Aufwand des Verwaltungsrates, an den gestiegenen Konsumentenpreis-Index sowie an die Handhabung anderer Zweckverbände angepasst werden.
Neu werden die Präsidenten der Delegiertenversammlung und Rechnungsprüfungskommission mit Fr. 2'000 jährlich entschädigt (bisher Fr. 1'500). Auf Sitzungsgelder für Delegierte der Verbandsgemeinden wird neu verzichtet. Der Präsident des Verwaltungsrates wird mit Fr. 15'000 grundentschädigt (Fr. 9'000), Mitglieder des Verwaltungsrates mit Fr. 2'000 (Fr. 500). Die Sitzungsgelder werden auf Fr. 360 pro Tag (Fr. 250) resp. Fr. 50 pro Stunde (Fr. 45) festgelegt. Die neue Regelung führt zu jährlichen Mehrkosten von Fr. 15'000.
Die Delegierten haben das neue Entschädigungsreglement genehmigt.
Neuer Chefarzt Urologie Dr. Christian Buchwald
Seit 15. Juni 2009 führt das Spital Bülach wieder eine Klinik für Urologie. Die Urologie wird vom Chefarzt Dr. Christian Buchwald geleitet und deckt zusammen mit den urologischen Belegärzten die stationäre und die Notfall-Versorgung des gesamten diagnostischen und therapeutischen Spektrums der Harnorgane bei Kindern und Erwachsenen und des Urogenitalsystems beim Mann ab. Für urologische Abklärungen und ambulante Behandlungen bietet die Urologie Sprechstunden an. Urologische Eingriffe werden endoskopisch, laparoskopisch und in offener Chirurgie durchgeführt, z.B. die grosse Tumorchirurgie.
Dr. Christian Buchwald war seit 1995 im Klinikum Minden bei Hannover als Urologe tätig, seit 2005 als Stellvertretung des Chefarztes. Der neue Chefarzt hat 1999 die Facharztanerkennung Urologie erlangt. Dr. Christian Buchwald hat 1989 das Staatsexamen in Humanmedizin an der Universität in Klausenburg, Siebenbürgen, abgelegt, wo er aufgewachsen ist.
Der Leistungsauftrag Urologie wurde dem Spital Bülach 1999 durch die Gesundheitsdirektion erteilt und die Gründung erfolgte mit der Wahl des Chefarztes am 1. April 2002. Ende 2003 hat sich der Chefarzt entschlossen, seine urologische Tätigkeit ab 1. Januar 2004 als Belegarzt zu führen.
Mit dem starken demographischen Wachstum im Zürcher Unterland und der Zunahme der Lebenserwartung wird der Bedarf an urologischen Leistungen ansteigen. Um den Leistungsauftrag Urologie auch in Zukunft für das Zürcher Unterland zu sichern, hat sich der Verwaltungsrat des Spitals Bülach 2008 entschieden, wieder zum Chefarztsystem zurückzukehren und hat Dr. Christian Buchwald als neuen Chefarzt eingesetzt. Die ständige Präsenz eines Urologen im Spital erleichtert die Zusammenarbeit und die Notfalldienste mit der Chirurgie, der Gynäkologie und der Inneren Medizin, ermöglicht den direkten Einsatz der im Spital vorhandenen Infrastruktur (Röntgen, CT, MRI, Ultraschall) und ermöglicht die Etablierung der Ausbildung urologischer Ärzte.
Die Akkreditierung der urologischen Belegärzte bleibt unverändert.
Verträge Rettungsdienst
Die Rettungsdienst-Verträge der Spital-Verbandsgemeinden werden vereinheitlicht und ab 2011 zu einem Gesamtvertrag zusammengefasst. Momentan ist die Leistungsvereinbarung zwischen dem Rettungsdienst Spital Bülach und Schutz & Rettung Zürich im Gang. Der neue Gesamtvertrag und die Leistungsvereinbarungen sind bis Frühling 2010 definitiv ausgearbeitet und werden den Gemeinden zu diesem Zeitpunkt kommuniziert. Der neue Vertrag schafft mehr Transparenz und enthält garantierte Qualitäts- und Sicherheitsstandards.
Stiftung pro Spital Bülach
Die Stiftung pro Spital Bülach unterstützt Vorhaben, die nicht über die öffentliche Hand bzw. den ordentlichen Weg finanziert werden können. Momentan baut das Spital Bülach das Projekt Palliative Care auf. Das benötigte Startkapital von Fr. 150'000 für die Ausbildung der beteiligten Mitarbeitenden wird durch die Stiftung gesammelt. Spenden auf Konto 85-111222-4 sind herzlich willkommen!
Weitere Informationen zur Stiftung: www.spitalbuelach.ch/stiftung
Über das Spital Bülach
Im Zürcher Unterland, der am stärksten wachsenden Region des Kantons Zürich, stellt das Spital Bülach mit den Kliniken Chirurgie, Urologie, Medizin und Frauenklinik und mit über 200 Betten sowie fast 750 Mitarbeitenden eine hochstehende medizinische Versorgung für rund 160‛000 Menschen sicher. Ab Februar 2010 führt das Spital Bülach eine Klinik für Orthopädie.
|