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Generalversammlung: Wahlen und Bauprojekte im Fokus

An der gestrigen Generalversammlung der Aktionärsgemeinden der Spital Bülach AG standen die Wiederwahl des Verwaltungsrates sowie eine Neuwahl im Fokus. Die Information zu den Bauprojekten zeigt, dass diese auf Kurs sind.
Generalversammlung 2024

Verwaltungsratspräsident Thomas Straubhaar betonte, dass das Spital Bülach gut unterwegs sei. Das abgelaufene Geschäftsjahr schliesst das Spital Bülach mit einem Gesamtergebnis von 3.4 Millionen Franken und einer EBITDA-Marge von 7 % ab. Mit diesem Ergebnis und einer Eigenkapitalquote von über 70 % gehört das Spital Bülach zu den finanziell solidesten Spitälern der Schweiz. 
Dieses Ergebnis sei vor allem dem Engagement aller Mitarbeitenden und dem Kader zu verdanken. Auch wenn sich das Spital Bülach wie alle Spitäler in einem schwierigen Umfeld bewege, schaut er positiv in die Zukunft «Als Unternehmen müssen wir uns bewegen und sind selbst dafür verantwortlich, dass wir mit den bestehenden Rahmenbedingungen unsere Dienstleistungen erbringen können.» Oberstes Ziel der gesamten Spitalplanung sei es, dass diese nachhaltig finanziert werden könne. Daher sei es auch möglich, dass nicht alles Wünschbare umgesetzt werden könne und Spitäler auch über unkonventionelle Massnahmen nachdenken müssten. 

Attraktiver Arbeitgeber
CEO Dr. Doris Benz gab einen Überblick über die operativen Highlights des vergangenen Geschäftsjahres. Neben der Besetzung wichtiger Schlüsselfunktionen konnte auch die Vernetzung im Zürcher Unterland ausgebaut werden. Als Beispiel nannte sie die Sprechstunden der Spitalärzte in den Alterszentren Grampen in Bülach und «Eichhölzli» in Glattfelden. Auch, dass das neue Arbeitszeitmodell in der Pflege mit dem diesjährigen «HR Award» ausgezeichnet wurde, erhöhe die Arbeitgeberattraktivität des Spitals. 

Bauplanung auf Kurs
Mariette Gretler, Leiterin Services, informierte über den aktuellen Stand der vier Bauprojekte.

Bereits im Bau ist die neue Bettenstation für Palliative Care. Mit den 12 Patientenzimmern wird die Behandlungskapazität gezielt erweitert, um den Bedarf im Zürcher Unterland abdecken zu können. Die Eröffnung ist bereits in den kommenden Wochen geplant.
Der Neubau der Rettungswache liegt im Zeitplan und wird bis Herbst 2025 in Bülach Nord realisiert. Durch den neuen Standort in der Nähe der Autobahn sind die Rettungskräfte schneller am Einsatzort. 
Das Ambulante Operations- und Praxiszentrum (AOPZ) wurde überarbeitet, um die Kostenvorgaben einzuhalten. Gemäss der neuen Planung wird der ursprüngliche Standort von der Bannhaldenstrasse nur wenige Meter auf dem Spitalareal verlegt. Dort befinden sich heute die Parkplätze für das Personal. Da das Gebäude auf Stelzen steht, bleibt ein grosser Teil davon erhalten. Im AOPZ werden die Patientinnen und Patienten in zwei Operationssälen ambulant operiert. Das bedeutet, dass sie das AOPZ nach ihrem Eingriff noch am selben Tag wieder verlassen können. Durch die Trennung von stationären und ambulanten Eingriffen können diese kostengünstiger durchgeführt werden und Patienten müssen für ihren Eingriff nicht mehr ins Spital gehen. Die Eröffnung ist für Herbst 2026 geplant.
Grösstes Projekt ist die Erweiterung und Erneuerung des Behandlungstraktes. In diesem Neubau werden der Notfall, die Operationssäle, die Intensivpflegestation und die Radiologie untergebracht. Der Baubeginn ist für den Herbst 2025 geplant. Bereits im Sommer beginnen die ersten Bauarbeiten. Der Zugang zum Notfall erfolgt dann über den Haupteingang. Dazu wird auch die Zufahrt zum Spital neu geregelt. 
Die Investitionen für alle Bauprojekte liegen im gesetzten Rahmen. Die bisher gesicherte Finanzierung wird derzeit an das neue Bauprojekt angepasst. Hierzu finden aktuell Gespräche statt. Das definitive Finanzierungskonzept wird im Herbst verabschiedet. 

VR-Mitglieder wiedergewählt
Die bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrates wurden für zwei Jahre wiedergewählt. Hierzu gehören Irmela Apelt, Carmen Dollinger, Mark Eberli, Dr. med. Werner Kübler, Saskia Meyer, Dr. med. Rosmarie Pinzello, Thomas Straubhaar und Markus Voegeli. Auch Verwaltungsratspräsident Thomas Straubhaar wurde in seinem Amt bestätigt. 

Regula Aeschlimann Wirz wurde als Nachfolgerin von Gemeindevertreter Jörg Mäder gewählt, der wegen Amtszeitbeschränkung aus dem Verwaltungsrat ausscheidet. Sie ist Gemeinderätin in Niederwenigen und dort zuständig für die Ressorts Gesundheit und Forst sowie Landwirtschaft und Umwelt. 
Die 62-Jährige hat an der Universität Zürich Allgemeine Geschichte und Rechtswissenschaften studiert. Seit 2010 ist sie als Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Arbeits- und Sozialversicherungsrecht tätig. «Ich gratuliere Regula Aeschlimann Wirz herzlich zu ihrer Wahl und begrüsse sie als neues Mitglied im Verwaltungsrat», sagt Verwaltungsratspräsident Thomas Straubhaar. Gleichzeitig dankte der Verwaltungsratspräsident dem scheidenden Jörg Mäder für sein Engagement: «Jörg Mäder steht mit seiner zwölfjährigen Amtszeit für die Kontinuität im Verwaltungsrat. Das Spital profitierte insbesondere von seiner grossen politischen Erfahrung als Gemeinde- und Nationalrat. Als Gemeindevertreter hat er vor allem die wertvollen Impulse der Aktionärsgemeinden in den Verwaltungsrat eingebracht. Ich bedanke mich sehr herzlich für seine Arbeit.»

Anpassung der Statuten genehmigt
Gemäss Aktienrecht müssen alle Aktiengesellschaften ab dem 1. Januar 2023 ihre Statuten anpassen. Die Aktionärsvertreter stimmten dieser Anpassung einstimmig zu. Gleichzeitig sollen die Statuten dahingehend angepasst werden, dass von den 2 bis 3 VR-Mitgliedern als Vertreter der Aktionärsgemeinden nicht mehr zwingend Bülach als Standortgemeinde einen Sitz hat. Die aktuellen Entwicklungen im Spitalumfeld zeigen, dass, zur Sicherstellung einer guten Governance die qualitativ hochstehende und fachlich kompetente Zusammensetzung des Verwaltungsrates ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg ist. Der Verwaltungsrat ist daher der Ansicht, dass die Qualifikation daher stärker zu gewichten ist als Grösse der Gemeinde oder andere Standortfaktoren. Auch diese Änderung wurde so von den Gemeindevertretern verabschiedet. 

Darüber hinaus wurde die konsolidierte Jahresrechnung 2023, die Verwendung des Bilanzgewinns 2023 einstimmig genehmigt und die Mitglieder des Verwaltungsrates einstimmig entlastet.