Nehmen Sie sich als Eltern in den ersten Wochen nach der Geburt genügend Zeit, um sich an die neue Lebenssituation mit Ihrem Kind zu gewöhnen. Die folgenden Informationen und Tipps sollen Ihnen dabei helfen.
Neugeborenes wird nach der Geburt untersucht

Legen Sie den Grundstein für eine innige, emotionale Bindung zu Ihrem Neugeborenen und nutzen Sie die Zeit im Wochenbett und darüber hinaus, für viel direkten Hautkontakt mit Ihrem Baby. Das fördert den Bindungsaufbau und hilft Ihnen, gut mit dem Stillen zu beginnen. Geniessen Sie die unmittelbare Nähe zu Ihrem Kind so oft wie möglich.

Das Stillen spielt dabei eine wichtige Rolle, denn es schafft eine natürliche Beziehung zwischen Mutter und Kind. Deshalb fördern wir im Spital Bülach das Stillen aktiv.

Stillen und Brustpflege

Stillen ist die natürlichste Sache der Welt. Aber das bedeutet nicht, dass es immer von Anfang an klappt oder für jede Frau das Richtige ist. Um das Stillen in die richtigen Bahnen zu lenken, ist Ihr Kind im Spital Tag und Nacht bei Ihnen (Rooming-in). Wo Fragen oder Schwierigkeiten auftreten, unterstützen Sie unsere ausgebildeten Stillberaterinnen.

Wenn Sie Ihr Kind mit der Flasche ernähren möchten, zeigen wir Ihnen, worauf Sie achten müssen und unterstützen Sie ebenfalls rund um die Uhr.

Stillpositionen und richtiges Ansetzen an der Brust

Es gibt keine richtige oder falsche Art, das Baby zu halten und zu stillen. Jedes Mutter-Baby-Paar wird seine eigene Lieblingsposition finden. Wichtig ist, dass sich beide dabei wohl fühlen. Im Alltag ist oft Flexibilität gefragt, besonders wenn das Baby größer wird und Mutter und Kind viel unterwegs sind. Da kann es hilfreich sein, ein paar verschiedene Stillpositionen und -techniken zu kennen. Unsere Stillberaterinnen besuchen Sie nach der Geburt und zeigen Ihnen die gängigsten Stillpositionen und unterstützen Sie dabei, die für Sie passende Position zu finden.

Unabhängig davon, für welche Stillposition Sie sich entscheiden, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Legen Sie vor dem Stillen alles bereit, was Sie brauchen. Und vergessen Sie nicht, vorher auf die Toilette zu gehen, denn es kann eine Weile dauern, bis Sie wieder aufstehen können.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Baby bequem liegt. Ihr Baby sollte stabil liegen und gut gestützt sein. Kopf, Nacken und Wirbelsäule dürfen nicht verdreht sein.
  • Auch Sie sollten eine entspannte und bequeme Haltung einnehmen. Verwenden Sie Kissen, zusammengerollte Handtücher oder ein Stillkissen, um Ihren Rücken oder Ihre Arme bei Bedarf zu stützen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Baby die Brustwarze richtig erfasst. Das ist sehr wichtig für ein angenehmes Stillen.

Wenn Ihr Baby Schwierigkeiten hat, die Brustwarze zu erfassen, oder wenn Ihre Brustwarzen durch das Stillen wund werden, wenden Sie sich an unsere Stillberaterinnnen oder zuhause Ihre Hebamme.

Brustkontrolle und Brustwarzenpflege

Kontrollieren Sie nach jedem Stillen Ihre Brust auf Verhärtungen und massieren Sie diese bei Bedarf aus. Bei gereizten, schmerzenden und geröteten Brustwarzen wenden Sie sich an die Pflegefachfrau oder Ihre Hebamme.

Milcheinschuss (Initiale Brustdrüsenschwellung)

Am zweiten bis fünften Tag nach der Geburt erfolgt üblicherweise der Milcheinschuss. Trinken Sie mindestens einen bis eineinhalb Liter Wasser oder ungesüssten Tee, sodass Sie kein Durstgefühl verspüren. Dies fördert den Milcheinschuss.

Stillen Sie Ihr Kind alle zwei bis drei Stunden. Sie und Ihr Kind entscheiden, wie lange eine Mahlzeit dauern soll.

Tagestrinkmenge und Stillrhythmus

Die tägliche Trinkmenge Ihres Kindes baut sich allmählich auf. In den ersten Tagen verliert Ihr Kind an Gewicht. Wenn Ihr Kind ab dem vierten bis fünften Lebenstag an Gewicht zunimmt, bekommt es ausreichend Milch.

Stillrhythmus

Der Stillrhythmus sollte in den ersten Lebenswochen zwischen zwei und vier Stunden liegen. Die Stilldauer liegt zwischen 10 und 20 Minuten pro Seite und Mahlzeit. Muttermilch stillt Hunger und Durst. Sorgen Sie für eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Je mehr Ihr Baby an der Brust saugt, desto mehr Muttermilch produziert Ihre Brust.

Clusterfeeding

Wenn ein Baby sehr häufig über mehrere Stunden, vor allem abends, gestillt werden möchte, spricht man von Clusterfeeding. Das Stillen dient nicht nur der Ernährung, sondern hilft auch, neue Eindrücke zu verarbeiten und führt zur Ausschüttung von Glückshormonen.

Milchbildung fördern

Milchbildungsfördernde Tropfen können die Milchproduktion steigern. Nach dem Stillen kann die Milchproduktion auch mit Anregungspumpen unterstützt werden. Besprechen Sie dies zu Hause mit ihrer Hebamme oder Pflegefachfrau. Überschüssige Muttermilch können Sie von Hand ausstreichen. Dies funktioniert auch gut unter der warmen Dusche.

Ernährung für stillende Mütter

Grundsätzlich ist während der Stillzeit keine besondere Ernährung notwendig. Essen Sie ausgewogen und trinken Sie über den Tag verteilt so viel Wasser oder ungesüssten Tee, dass Sie keinen Durst verspüren. Trinken Sie zu jeder Stillmahlzeit ein Glas Flüssigkeit.

Besprechen Sie Schwierigkeiten oder Fragen im Zusammenhang mit Ihrer Ernährung während der Stillzeit mit der Hebamme, Stillberatung oder der Mütter- und Väterberatung.

Nuggi / Schnuller

In den ersten Tagen nach der Geburt lernt Ihr Baby das Saugen an der Brust. Wir empfehlen Ihnen deshalb, Ihrem Baby keinen Nuggi zu geben. Weitere Informationen und Tipps zum Umgang mit dem Nuggi finden Sie bei der Stillförderung Schweiz.

Milch abpumpen und Ernährung mit Milchpulver

Milch abpumpen

Die Pflegefachfrau wird die Möglichkeit zum Abpumpen mit Ihnen besprechen und Sie bei Bedarf instruieren. Milchpumpen können Sie im Spital Bülach, in Apotheken oder Drogerien mieten. Bitte klären Sie die Kostenübernahme mit Ihrer Krankenkasse ab.

Flaschenernährung mit Milchpulver

Wenn Sie Ihr Kind mit Milchpulver ernähren, halten Sie sich bitte an die Angaben auf der Verpackung.

Schoppenflaschen und Milchpumpenzubehör reinigen

Flaschen und Zubehör für Milchpumpen sollten nach jedem Gebrauch gewaschen werden. In den ersten sieben Lebensmonaten sollen die Flaschen und Sauger zusätzlich zum Waschen nach jedem Gebrauch einmal in 24 Stunden sterilisiert werden.

Stillberatung

Die Stillberaterin besucht Sie nach der Geburt auf der Wochenbettabteilung. Unsere diplomierten Stillberaterinnen verfügen über langjährige Berufserfahrung und stehen Ihnen auch nach dem Spitalaufenthalt zur Verfügung. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für drei Stillberatungen.

Für weitere Informationen rund um das Stillen empfehlen wir Ihnen die Stillbroschüre der Stillförderung Schweiz.

Säuglingspflege

Für eine gesunde Entwicklung benötigen Babys und Kinder viel Liebe und Körperkontakt. Die meisten Babys lieben das Waschen, Abtrocknen und sanfte Massagen mit Babyöl. Auch für den Vater ist die Körperpflege eine wunderbare Gelegenheit für einen intensiven Hautkontakt.

Körperpflege

Baden oder waschen Sie Ihr Kind möglichst ohne Zusätze. Tägliches Baden ist nicht erforderlich.

Trocknen Sie Ihr Kind nach dem Baden gut ab und achten Sie dabei besonders auf die Hautfalten. Bei trockener Haut können Sie Ihr Kind mit Babyöl massieren.

Schneiden Sie Finger- und Zehennägel erst ab der sechsten Lebenswoche.

Führen sie die Intimpflege von vorne nach hinten durch.

Temperaturkontrolle

Bei einem gesunden Kind ist keine Temperaturkontrolle erforderlich. Die Normaltemperatur liegt zwischen 36,5 °C und 37,5 °C.

Gewichtskontrolle

Bei einem gesunden Kind ist eine tägliche Gewichtskontrolle nicht erforderlich. Das Gewicht wird jeweils bei den monatlichen Kontrollen beim Kinderarzt oder der Kinderärztin oder bei Bedarf in der Mütter- und Väterberatung erfasst.

Wickeln

Urin und Stuhlgang

Wenn Ihr Kind fünf bis sechs nasse Windeln pro Tag hat, trinkt es genug. Voll gestillte Kinder können in den ersten Wochen mehrmals täglich Stuhlgang haben. Später ist ein Stuhlgang pro Woche normal. Stuhlgang von gestillten Babys ist gelblich-grün und von flüssig-körniger, manchmal auch flockiger Konsistenz.

Wenn sie Ihr Kind mit Pulvermilch ernähren, sollte es jeden Tag geformten Stuhlgang haben.

Wundes Gesäss

Wenn Ihr Kind einen stark geröteten und/oder wunden Po hat, wechseln Sie die Windeln häufiger als bisher. Oder gönnen Sie dem Po Ihres Kindes eine Windelpause. Lassen Sie Ihr Kind dabei für 15 bis 30 Minuten ohne Windel. Nach Rücksprache mit einer Fachperson (Apotheke/Drogerie) können Sie eine pflegende Salbe auftragen.

Tränende oder verklebte Augen

Reinigen Sie tränende oder verklebte Augen von aussen nach innen mit einem in Kochsalzlösung getränkten Wattetupfer. Tritt keine Besserung ein, suchen Sie den Kinderarzt oder die Kinderärztin auf.

Verdauung und Weinen

Wenn Ihr Kind unter Bauchschmerzen leidet, können folgende Massnahmen Linderung verschaffen:

  • Umhertragen des Kindes in Fliegerhaltung (in Bauchlage auf Ihrem Unterarm)
  • Wärmekissen (Traubenkern, Hotpack etc.)
  • Bauchmassage
  • Feuchtwarme Wickel
  • Beruhigungsbad

Spazieren gehen

Gleich nach der Geburt können Sie mit Ihrem Kind im Freien spazieren gehen. Kleiden Sie Ihr Kind der Jahreszeit entsprechend.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht zu warm angezogen ist um einen Hitzestau zu vermeiden. Schützen Sie Ihr Kind mit langer Kleidung und Sonnenschutz vor direkter Sonneneinstrahlung.

Rund ums Schlafen

Tag- und Nachtrhythmus

Ihr Neugeborenes kennt noch nicht den Unterschied zwischen Tag und Nacht. Es braucht Zeit, um einen angemessenen Tag-Nacht-Rhythmus zu entwickeln.

Schlafposition

Die Rückenlage ist die sicherste Position für den gesunden Schlaf ihres Kindes.

Checkliste für das Wochenbett zu Hause

Direkt nach der Geburt brauchen Mütter erstmal Ruhe für sich und das Baby. Stillen will geübt sein und der Tag des Milcheinschusses sollte so ruhig und entspannt wie möglich ablaufen.

Da ist es hilfreich, wenn zu Hause alles bereitliegt und vorbereitet ist.

Das braucht die Mama

  • Einlagen für den Wochenfluss
  • Salbe mit Lanolin für die Brustwarzenpflege
  • Stilleinlagen und Still-BH’s
  • Stilltee oder Fencheltee

Das braucht das Baby

  • Windeln in der Grösse von 2 bis 5 Kilogramm.
  • Fiebermesser (für rektale Messung)
  • Spucktücher (Nuschis)
  • Kleidung für den Anfang in Grösse 50/56