Adipositas

Wer stark übergewichtig ist, hat oft gesundheitliche Beschwerden. Häufig leiden die Betroffenen auch unter einem stark beeinträchtigten Selbstwertgefühl. Doch es gibt Methoden, um Übergewicht zu reduzieren und Lebensfreude zurückzugewinnen.
Eine übergewichtige Frau trainiert mit einer Personal Trainerin

Leistungsspektrum

Ob ein paar Kilo zu viel schon als Übergewicht gelten oder nicht, bestimmt oft das Umfeld mit. Starkes Übergewicht, Adipositas genannt, definiert die Weltgesundheitsorganisation ab einem Body Mass Index (BMI) von 30 kg/m2. Der BMI berechnet sich aus dem Gewicht in Kilogramm, geteilt durch die Körpergrösse in Meter im Quadrat. Also zum Beispiel: 90 / (1.70*1.70) = 31.1.

Krankheitsbilder

Starkes Übergewicht führt vermehrt zu Zuckererkrankung (Diabetes mellitus Typ 2), Herzkreislauf-Erkrankungen, Schlafapnoe, hohem Cholesterin oder Fettleber. Zusätzlich belastet das Gewicht die Gelenke und schränkt die Beweglichkeit ein. Zudem haftet übergewichtigen Personen ein negatives Image in der Gesellschaft an. Viele Betroffene leiden deshalb auch psychisch. Studien belegen, dass unbehandelte Adipositas die Lebenserwartung deutlich senkt.

Behandlungs- und Beratungsangebot

Ernährungsumstellung

Ernährungsgewohnheiten sind ein wesentlicher Faktor für Gewichtszunahme und Übergewicht. Um langfristig abzunehmen oder ein Wunschgewicht zu halten, ist eine Veränderung des Lebensstils wichtig. Es geht nicht mehr darum, nur Verzicht zu predigen oder absolute Einteilungen in «gute» oder «böse» Lebensmittel zu machen. Die Ernährungsberater:innen bespricht mit ihren Patient:innen die Fragen: Was soll ich Essen? Wie soll ich Essen? Wann bin ich satt? Und was macht mich lange satt? Ziel ist es, Menüs so zu kombinieren, dass sie lange satt machen und genug Energie für den Alltag liefern.

Medikamentöse Behandlung

Besonders wenn eine Ernährungsumstellung und verschiedene Diäten über einen längeren Zeitraum kein Ergebnis zeigen, kann eine Behandlung der Adipositas mit Medikamenten sinnvoll sein. Mit dem in der Schweiz zugelassenen Medikament Saxenda lässt sich das Gewicht in sechs bis zwölf Monaten durchschnittlich um fünf bis zehn Prozent reduzieren.

Das Medikament spritzt sich der Patient oder die Patientin selbst. Es ist gut verträglich und hat wenig Nebenwirkungen, die meist von kurzer Dauer sind. Es muss von einem Facharzt für Endokrinologie verschrieben werden und wird bis zu drei Jahre lang von der Krankenkasse bezahlt. Das Medikament reduziert das Hungergefühl, Patienten fühlen sich früher satt.

Bariatrische Operation

Wenn Diäten und das Medikament keinen Erfolg zeigen, sollten Betroffene zusammen mit dem Arzt oder der Ärztin eine bariatrische Operation in Erwägung ziehen. Dabei handelt es sich um die erfolgversprechendste Methode zur dauerhaften Gewichtsreduktion bei schwerem Übergewicht. Vor der Operation findet ein Assessment statt, bei dem der Patient oder die Patientin umfassend abgeklärt wird. Neben der Ernährungsberatung, der Untersuchung des Hormonsystems und einer Magenspiegelung wird die Person auch psychologisch untersucht.

Derzeit werden zwei Operationen empfohlen: der Magenbypass oder der Schlauchmagen. Die Gewichtsreduktion ist bei beiden Verfahren ungefähr gleich gross. Die Gewichtsabnahme hängt auch vom Ausgangsgewicht ab und liegt in den ersten drei Monaten bei rund 20 bis 25 Kilogramm, nach sechs Monaten bei 30 bis 35 und nach einem Jahr bei 40 bis 50 Kilogramm.

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich hat dem Spital Bülach die Bewilligung erteilt, beide Operationen ab dem 1. Januar 2023 durchzuführen.

Magenbypass

Der Magenbypass ist die häufigste in der Schweiz eingesetzte Methode. Dabei wird im oberen Teil des Magens eine kleine Tasche, die sogenannte Pouch, geformt. Mit 30 Millilitern ist sie etwa so gross wie eine Espressotasse. Anschliessend wird der Dünndarm getrennt und an den Magenpouch angeschlossen. Damit gelangt die Nahrung direkt in den Dünndarm, da der Restmagen mit dem Bypass umgangen wird.

Damit können nur noch kleine Mengen gegessen werden, und es stellt sich schneller ein Sättigungsgefühl ein. Nach dieser Operation müssen Patientinnen und Patienten verschiedene Vitamine und Spurenelemente regelmässig einnehmen.

Schlauchmagen

Beim Schlauchmagen werden rund 85 Prozent des Magens operativ entfernt. Auch hier nehmen die Behandelten durch das kleinere Magenvolumen weniger Nahrung auf und sind schneller satt.

Schlauchmagen und Magenbypass
Zwei Operationen zur dauerhaften Gewichtsreduktion bei schwerem Übergewicht: der Magenbypass und der Schlauchmagen.

Nachsorge

Nach dem Eingriff wird die operierte Person weiterhin engmaschig betreut. Im ersten Jahr erhält sie alle drei Monate eine Nachsorge. Dabei beobachtet der Arzt oder die Ärztin die Gewichtsabnahme und bespricht die geänderten Ernährungsgewohnheiten. Im zweiten Jahr findet die Nachsorgeuntersuchung noch zweimal pro Jahr, ab dem dritten einmal jährlich statt.

Die Erfahrungen zeigen, dass sich die Lebensqualität der Betroffenen nach einer Operation massiv verbessert. Sie profitieren von einer besseren Beweglichkeit, der Bluthochdruck sinkt und der Diabetes verschwindet oder verbessert sich. Die Lebensqualität steigt aber auch, weil es wieder möglich wird, Sport zu treiben, in den Ausgang zu gehen – und weil andere Menschen sich nicht mehr negativ über das eigene Übergewicht äussern.

Zuweisung / Anmeldung Sprechstunde

In der Adipositas-Sprechstunde beraten wir Personen jeden Alters und Geschlechts individuell.

Wir bitten zuweisende Ärzt:innen uns mit der Anmeldung einen kurzen Bericht zum klinischen Verlauf, den bisherigen Therapien, den Laborwerten und allfälligen Operationen zu übermitteln.

Bitte senden Sie Ihre Anmeldung via E-Mail an das Sekretariat Adipositas.

Kontakt Sekretariat Adipositas

Spital Bülach AG
Sekretariat Adipositas
Spitalstrasse 24
8180 Bülach
Telefon 044 863 23 62
adipositas@spitalbuelach.ch

Team

Giacinto Basilicata, Chefarzt Chirurgie
Name

Dr. med.
Giacinto Basilicata

Name

Dr. med.
Ivo R. Fischer

Anders Jensen
Name

Anders B. Jensen